Frau Müller

Von Daren Thomas
Mittwoch, der 13.10.2004

Nehmen wir zum Beispiel das Fräulein Müller: Fräulein Müller kauft gerne ein. Am liebsten Honig und Butter. Das streicht sie dann auf Brot und macht daraus Bissli.

Auch telefoniert sie oft und lange, wobei sie nie viel mehr sagt als “Grüezi”, Kopfnicken und “ja” - es ist das Fräulein Meier, das gerne schwätzt: Sie fragt die Müller, was es zum Znacht koche? Faule Eier? Pfudi meuggel! Wie grüsli! Dazu Honig und Butter? War nicht anders zu erwarten. Sagen Sie doch etwas, Fräulein Müller. Stille. Janu, dann gehe ich wieder heim!

Wenn Frau Meier auflegt, hört die Müller ein Piepsen. Grosse, runde Augen. Kleine, kurze Finger halten den Hörer noch am Ohr, ratlos: Sie legt auch auf. Gute Nacht, ihr lieben Kinder!