Reka Feriendorf in Lenk

Von Daren Thomas
Mittwoch, der 02.06.2004

Dies ist der offizielle Bericht zu unseren ersten Familienferien in einem richtigen Familienferiendorf und zwar an der Lenk.

Ich bin nicht vielen begegnet, die keine Ahnung haben, wo Lenk ist. Nebst mir war da noch Jeff Olsen (aber der ist entschuldigt, weil Kanadier) und eine zweite Person, deren Identität mir entfallen ist. Das ist erstaunlich, weil Lenk ein klitzekleines Dörfchen in einem abgelegenen Tälchen ist. Im Berneroberland. Mit Rekaferiendorf.

[Lenk]

Samstag, 22. Mai 2004. Familie Bär packt alles, was so herumliegt, in zwei Rucksäcke, stopft überschüssiges unter das Spatzenmobil, zmörgelet ein wenig mit Oma und Opa und rauscht dann an den Hauptbahnhof Zürich. Für Ruby haben wir viele, viele Totenbeindli (Nussstengeli) eingepackt, die sie sich ganz in den Mund stopft, um dann Totenbeindlisaft an den Mundwinkeln auszuscheiden. Die Fahrt dauert mehrere Stunden und es stellt sich später heraus, dass wir die einzigen waren, die mit dem Zug angereist kamen: Alle anderen sind mit dem Auto gegangen, es hat im Reka Feriendorf für jede Wohnung ein Parkplatz, oberhalb der Spielstrasse. Zimmerbezug: Daren schlägt sich den Kopf am Dachbalken an, Sina auch, allein Ruby hat damit keine Probleme. Wir haben Milch vom Oekohof gekauft und gierig davon getrunken: So gut hat Milch noch nie geschmeckt!

Sonntags ist nicht viel los. Wir hatten vergessen, Proviant mitzunehmen und so ging der Bär ins Dorf (das richtige, nicht die Ansammlung von Ferienhäusern der Reka) um bei einem Beck Spaghetti und Sugo einzukaufen. Es stellt sich heraus, dass es hier für Ruby einen lässigen Spielplatz gibt. Im Verlauf der Woche lernt sie alleine die Rutschbahn benützen, Sändeln, anderen (grösseren) Kindern aus dem Weg zu gehen und steile Hänge wacker mit ihren Spatzenbeinchen zu bezwingen.

[Ruby lernt im Verlauf der Woche, alleine Rutschbahn zu fahren]

Am Montag fanden wir heraus, dass mit Babybetreuung (0-2 Jahre) eigentlich Babybetreuung (0-1 Jahre) gemeint ist, nur dass die Babybetreuerinnen das selber nicht wissen und sich nicht für kleine wissbegierige Mädchen erwärmen können. Ruby mochte nicht dort bleiben. Das hat uns erstaunt: Sonst hat sie keine Mühe, von jemand anderem gehütet zu werden. Als wir sie jedoch abholten, war sie alleine im Gang und weinte, während die eine Betreuerin an den Füssen eines Babys zupfte - Spielsachen gab es keine und irgendwie war es dort ein wenig trostlos. Das war sehr schade, weil für die älteren Kindern (ab 2 Jahre) war Brigitte zuständig und sie machte Spiele, bastelte, ass Guetzli und gewann viele kleine Freunde und Freundinnen - allein Ruby fiel zwischen Bänke und Stühle und so schauten wir zu ihr:

Spielplatz. Rutschbahn. Riesenlego. Racletteabend. Geissli füttern. Pony reiten. Kutsche fahren. Velo fahren. Elektroloki fahren. Brumms in allen erdenklichen Farben und Formen. Es war schon ein wenig streng, sich so intensiv um das Kind zu kümmern. Sie schlief auch keine Nacht durch, vielleicht war ihr zu warm oder der Papa schnaubte zu laut - sonst schlafen wir ja nicht alle in einem Zimmer gepfercht!

[Ruby darf mal auf dem Pony reiten]

Wir haben ein paar Leute kennengelernt, aber nicht so gut, dass mir noch Namen präsent wären, geschweige denn, dass wir Adressen, Telefonnummern oder Emailadressen ausgetauscht hätten. Am Samstag sind wir wieder zurückgefahren und seither versuchen wir uns von den Ferien zu erholen.

[Ruby und Lalu]