Kunstgeplapper und Modeschmuck

Von Daren Thomas
Donnerstag, der 12.02.2004

Donnerstag - eigentlich mein freier Tag, an dem ich zur Uni sollte, mich ein wenig trolle, Pascha. In einem späteren Artikel werde ich genau beschreiben, warum das mit der Uni nun doch nicht mehr so wichtig ist. Fakt ist, dass ich es war, der Ruby heute Mittag ins Bett legte und nicht Sina. Die ist nämlich zur Arbeit gegangen und krüppelt viel damit ich mir gleich zwei Berliner zum Vormittagessen leisten kann: Zmittag gibts nämlich erst wenn Ruby erwacht - und das geschieht hoffentlich nicht vor halb zwei.

[Ruby darf manchmal auf unserem Bett spielen]

Das ist nämlich schon schön, kann ich mit meiner Tochter ein bisschen Zeit verbringen: Andere müssen an die hundertfünfzig Prozent arbeiten und schauen, dass sie es noch zu etwas bringen. Dann verpassen sie die spannenden (alle) Jahre ihrer Tochter und merken nicht, dass neben Wochenende noch viel anderes läuft.

[Ruby mit ihrem aufziehbaren Schwan aus Aegypten]

Das erste Mal, an dem sie den Löffel in die Finger nimmt, anstatt ihn mit der Faust zu halten. Zierlich, weil es ist ein Mädchen: Sie wird sich das immer mehr bewusst, was es heisst, ein Mädchen zu sein. So trägt sie neuerdings Schmuck und ist derart furchtbar stolz darauf, dass sie uns zum Badzimmerspiegel lotst um einen Blick auf sich werfen zu können. Dazu müssen wir sie heben und “Oiii! Schööni Muus!” sagen. Am liebsten mag sie Spängeli in den Haaren - wir haben von unserer Connection zur linken autonomen Szene an die tausend kleine, weisse Blümchen bekommen - und natürlich Sinas Designerkette mit den Sprüchen, die nicht zu den Bildli passen und darum ungeheuer kunstvoll wirken.

[Hier ist sie, die kleine Prinzessin in voller Montur... Abgeschnitten: Unsere Connection zur Linken Autonomen Szene]

Zu Weihnachten hat sie von der Gotte Sabin gleich einen Haufen verschiedenster Malutensilien erhalten und entdeckt nun ihr künstlerisches Talent. Egal, ob mit den neuen Buntstiften und Filzstiften und Fingerfarben oder mit Bleistift auf Notizblockpapier.

[Kunst von Ruby - Februar 2004]

Oh - und habe ich schon geschrieben, dass Ruby Schuhe bekommen hat? Mit denen kann Sie dann bis zum Coop um die Ecke stampfen und mit ihrem roten Zwergkäppi alte Frauen aufhalten, die es zwar eigentlich eilig hatten aber nun doch kurz stehenbleiben müssen und - oh, jööö. Dabei bin ich dann immer so stolz der Papa, und tue so, als wäre es das natürlichste auf der Welt, dieses kleine Wesen. Das ist es auch, nur eben nicht mehr Bio, weil es schon Ponstan und Paracetamol und auch mit Junkfood in Kontakt gekommen ist. Die Berliner werde ich heimlich verspeisen, weil die sind auch nicht aus dem Reformlädeli und haben laut Sina mindestens Fünfzehn “E”s drin (auf der Packung für interessierte jederzeit nachzulesen) und Sina weiss am besten, was das bedeutet, weil sie hat sich ein Buch dazu gekauft, wo die alle drin aufgelistet sind und schlägt dann manchmal nach.

[Daren und Ruby beim Zmorgen]

In einem früheren Artikel habe ich mal darauf hingewiesen, dass man sich jederzeit für ein Znacht bei uns anmelden kann - da dies schon lange niemand mehr gemacht hat, möchte ich einfach mal gesagt haben: Es gilt noch! Wir mögen Besuch! Oma und Opa kommen heute Abend z.B. um mit uns Fondue zu essen und unsere Nachbarin bekam gleich Coniglio al Ticinese. Das kannst Du auch haben! Musst Dich nur vorher anmelden und vielleicht Wein oder so mitnehmen.