Sturmfrei

Von Daren Thomas
Donnerstag, der 24.07.2003

Jetzt habe ich sie hinter mir: All die Ausgelassenheiten und Verantwortungslosigkeiten für die ich sonst nie Zeit finde, sind gemacht. Es sind Dinge, für die mir sonst die Zeit zu schade wäre, oder für die ich Zeit mit Sina und Ruby opfern müsste und somit Dinge, die immer zuunderst auf meiner Prioritätenliste stehen. Weil ich habe nämlich so eine eingebaute Prioritätenliste, die mir immer sagt, was jetzt gerade am wichtigsten ist. Als plötzlich Prioritäten Nummer 1 und 2 ihre Sachen packten und nach Malans in die Ferien fuhren, habe ich die Liste umgekrempelt. Zuerst sorgte ich dafür, dass ich nicht zur Arbeit musste. Dann brachte ich den guten Wein hervor, den uns Peter mal geschenkt hat, und liess davon noch zwei Glas zum Frühstück. Das war Dienstag, inzwischen ist Donnerstag Abend und ich bin mein Junggesellenleben leid, vermisse meine zwei Mädchen. Wie komme ich überhaupt auf die blöde Idee, einen Big Mac sowie einen Mc Chicken zu verspeisen, mit Bauchschmerzen in den Terminator 3 zu torkeln (heute Morgen war immer noch vom guten Wein übrig) und soviel Geld aus dem Fenster zu werfen?

Ich dachte, ich hätte Berge von vernachlässigten Wünschen. Dabei ist dies das letzte, was ich will: Mir gefällt es mit Sina und Ruby. Ich gehe darin auf - das hier, diese Ferien, mag notwendig sein (wer weiss?), ist es aber eher nicht.

Neben mir liegt ein ganzes A4-Blatt voll mit Mindmap, worauf all die Dinge stehen, die ich in den drei Tagen, da die Mädchen fort sind, zu tun gedenke. Wäsche steht da, und Lavabo entstopfen (daneben ein ausgekreuztes Kästchen) sowie Kino und Lesen und www.dthomas.ch. Es stimmt: Diese Site habe ich lange Zeit vernachlässigt. Das hat mehrere Gründe:

  1. Habe auf den neuen Release der CityDesk-Software gewartet, damit ich endlich Umlaute schreiben kann (ausgekreuztes Kästchen)
  2. Habe auf ein paar Stunden gewartet, in denen ich bei allen alten Artikeln ae, oe und ue mit ä, ö und ü ersetzen kann (ausgekreuztes Kästchen)
  3. Habe mich auch sonst gedrückt.
  4. Es gibt sovieles, was lässiger ist, als am Abend noch in den Computer zu starren:
    1. mit Ruby spielen
    2. Ruby füttern
    3. Ruby ins Bett legen
    4. dann mit Sina essen
    5. mit Sina reden
    6. evtl. mit Sina ein Spiel (Domino?) spielen
    7. oder einen Film schauen
    8. oder trotzdem Glacé essen
    9. lachen
    10. die Wärme, die unser Heim durchflutet, einatmen, aufsaugen, leben

Trotzdem bin ich froh, um diese paar Tage. Ich bin froh, ein wenig Wein trinken zu können (mache ich sonst nie, oder nur wenn wir Besuch haben)  und am Morgen auszuschlafen. Danke, Sina. Komm doch bald wieder nach Hause.