Das Spatzenmobil

Von Daren Thomas
Montag, der 17.02.2003

Was ist wohl ein Spatzenmobil? Das ist ein Gefährt, mit dem man kleine Spatzenbeinchen in der Gegend rumfahren kann. Und ein ebensolches hat uns der Grossvater Ueli aus Malans zur Geburt spendiert. Wir lassen hier einfach die Bilder sprechen:

Daren mit Spatzenmobil

 

Sina mit Spatzenmobil

Daren mit Spatzenmobil

Ruby im Spatzenmobil

Sina mit Spatzenmobil

Sina mit Spatzenmobil

Daren mit Spatzenmobil

Sina mit Spatzenmobil

Das geniale ist, dass man damit allein ins Tram kann und auch wieder raus. Der Wagen ist schmal und wendig und leicht, und es tut mir immer leid, wenn ich so Mütter sehe mit so riesenschweren Kinderwagen, die kaum vom Fleck kommen, während ich überall durchkurven kann. VIELEN VIELEN DANK!!!

Natürlich trage ich die Ruby vorerst noch so lange wie möglich im Tuch. Drinnen und draussen. Die Leute reagieren viel mehr, wenn sie Ruby im Tuch sehen. Weil Mütter mit Kinderwaegen gibt es wie Sand am Meer.

Sina mit Ruby unterwegs

Sina mit Ruby im Tuch

Ausserdem ist es schön, sie so nah beim mir zu haben. Ich spüre dann ihren Atem und merke jede ihrer Bewegungen. Und wir geben dabei einander warm, ich muss jeweils darunter nur ein T-Shirt anziehen. Mit Pullover habe ich dann bereits zu heiss, auch wenn es draussen bitterkalt ist!

Wenn Ruby wach ist und wir Tram fahren, dann schaut sie aus dem Tuch raus und sieht alles, was um sie herum vorgeht. Das sieht lustig aus, diese zwei Äuglein, die da hervorschauen. Solange das Tram fährt, ist alles in Ordnung. Da schauen die Äuglein. Dann hält das Tram an der Tramstation. Die Äuglein schauen immer noch. Das Tram hält immer noch. Die Beinchen beginnen sich zu strecken. Das Tram hält immer noch. Das ganze Kind beginnt wie wild zu sperzen. Das Tram hält immer noch. Das Kind beginnt zu krähen wie am Spiess. Das Tram fährt weiter. Die Äuglein schauen wieder. Ich sitze also an jeder Tramstation wie auf Nadeln: Hoffentlich fährt das Tram bald weiter. Aber am Stauffacher oder am Bellevue habe ich fast immer Pech, dort dauert das immer ewig. Na ja, unterdessen finde ich es auch nicht mehr schlimm, wenn Ruby in der Öffentlichkeit weint. Am Anfang fand ich das furchtbar, ich dachte, die Leute denken, ich sei eine Rabenmutter.

Im Gegensatz zum Schwangersein stehen die Leute auf, wenn ich mit Ruby ins Tram oder in den Bus einsteige. Während der ganzen Schwangerschaft ist einmal (1x!) jemand für mich aufgestanden. Seit ich Ruby auf der Aussenseite trage, habe ich immer einen Sitzplatz.

Heute Morgen hatte ich eine lustige Begegnung. Ich sitze also, die Ruby im Tuch, am fruehen Morgen im Tram, da sagt eine ältere Frau zu mir: “So schön möchte ich es auch haben.”. Wir reden ein wenig miteinander, und sie fragt mich: “Ist es das Erste”. Ich: “Ja, das Erste”. Sie: “Ich habe 9 davon.” Mir ist da natürlich der Kiefer runtergefallen. Ich sagte: “Das sind aber viele” (zugegeben nicht die originellste Antwort) und sie beginnt den Satz: “Ja, was will man machen, wenn…” - und dann stieg sie aus an der Tramstation und winkte mir von draussen noch zu. Und mich nimmt soo wunder, was sie hätte sagen wollen. Aber das ist nun wohl meiner und eurer Phantasie überlassen.

Lustiger Punkt