Es hat ein Törli…
Von Sina ThomasMittwoch, der 22.01.2003
So, nun gibt es endlich mal wieder einen Artikel. Wenn auch nicht vom grossen Schreibmeister, sondern von mir, der Sina.
Wir haben ja noch nicht mal unsere Weihnachtserlebnisse verarbeitet. Und auch noch nicht alle Geburtsanzeigen fertiggebastelt. Die sind so richtig aufwändig und ich kann nicht allzuviele aufs Mal machen, weil ich sonst hässig werde mit den Sterndli und den Glitzerli. Also, wer noch keine Anzeige erhalten hat: Sie kommt noch, wir haben Euch nicht vergessen.
A propos Geburtsanzeige: Es gibt also scheints Leute, die haben nicht gemerkt, dass es ein Törli hat. Also, liebe Leute, wenn Ihr das Gefühl habt, das sei eine recht langweilige Geburtsanzeige und das arme Kind fehle ja darauf, dann nehmt die Karte nochmals hervor, weil - ES HAT EIN TOERLI, das kann man aufmachen, so wie beim Adventskalender. Gut.
Ueberhaupt vergeht die Zeit wie im Flug. Schwupps sind schon wieder zwei Wochen vergangen. Die Ruby ist seit gestern schon neun Wochen alt, und sie wird langsam ein Speckwürfeli, was aber ihrer legendären Schönheit keinen Abbruch tut. Nur unsere Armmuskeln fangen an zu lahmen, in ein paar Wochen haben wir Bizepse wie Arnold Schwarzenegger…Aber eigentlich wollte ich ja von den Weihnachten erzählen:
Den ersten Teil der Weihnachten feierten wir in Hausen. Wir sind also am 24. mit Geschenken, einer riesigen Tasche für Ruby (mit ihrem Fell, dem Stillkissen, ihrer Decke, tausend Windeln, Wickelunterlage etc. etc.) und einem Rucksack voller Zeugs für uns aufs Postauto gegangen. Das heisst, Daren hat heldenmässig alle soeben beschriebenen Dinge geschleppt wie ein Packesel, und ich trug unsere Tochter im Tuch vor mir her. Also an dieser Stelle möchte ich bemerken, dass mich die traditionelle Rollenverteilung manchmal gar nicht so schlecht dünkt, das muss auch mal gesagt sein. Ich hätte nämlich auf keinen Fall tauschen wollen. Kaum im Bus, drehte sich auch schon die Frau vor uns um “Jeeh, wie herzig, wie alt isches, ah, gsesch, ich han gseit so öppe vier Wuche, häts gnueg Luft da im Tuech das isch aber schön wies so schlaft…”. Die Leute sind im Allgemeinen recht herzig, aber machmal auch etwas nervig. Zum Glück stiegen sie nicht allzu viel später wieder aus.

In Hausen angekommen haben wir uns installiert. Kathrina und Peter haben uns ihr Zimmer mitsamt dem grossen Bett überlassen, darin konnten wir uns einrichten mit der Ruby. Und in der Stube steht dieses schöne Sofa, das wurde von Ruby in Beschlag genommen, so konnte sie da liegen und schlafen und war immer bei uns.

Wir wurden dann zwei Tage lang verwöhnt. Mit feinstem Essen, Geschenken, Besuchen und viel Bewunderung für Ruby, und wir konnten einfach ausspannen und mussten nichts machen. Das war so richtig toll, wie in den Ferien. An dieser Stelle nochmals DANKE!
Etwas besonderes hat es mit dem Weihnachtsbaum auf sich: Es ist der erste Weihnachtsbaum mit echten Kerzen, den Daren je gesehen hat.
Und natürlich hat dann auch die vierte Grossmutter, die Ruth Kunz, das Pünktli zum ersten Mal gesehen und war ebenso hingerissen wie alle anderen. Von ihr hat das kleine Pünktli ein kleines Amulett mit einem Schutzengel bekommen. Möge es sie immer begleiten und beschützen.

An Ostern, so hat die Ruth versprochen, bekommen wir dann ein Ketteli dazu. Wir freuen uns schon.
So, also in Hausen waren wir bis am 26. Danach waren wir ein paar Tage zu Hause, und am 4. Januar gingen wir dann, erneut mit Sack und Pack, nach Malans, um dort ein zweites Mal Weihnachten zu feiern.
Die Malanser haben extra den Weihnachtsbaum stehen gelassen für diese Feier. Er war aber so dürr, dass man keine Kerzen mehr daran anzünden konnte. Aber als Kulisse hat er seinen Zweck erfüllt. Der Malanser Baum ist pompös, mit vielen schönen Figuren, Vögeln, Fischen und wunderschönen Kugeln. Leider haben wir davon kein gutes Bild. Ich verspreche aber, das nächstes Jahr nachzuholen.
Als Einstimmung hat uns der Ueli die Goldberg Variationen vorgespielt. Das war sehr schön. Danach wurden wir aufgefordert, etwas zu singen. Was als Scherz gedacht war, haben Daren und ich gerne erfüllt: wir sangen “Alla fiera dell’est”, und wer das Lied kennt, wird wissen, was das bedeutet. Es ist eine italienische Version von “De Joggeli wott go Birli schüttle”, also so eine nicht mehr enden wollende Kette von Dingen, die auf die vorhergehenden eine Wirkung haben. Am Schluss lachten alle, nur die Ruby hat gekräht,der war das zuviel.

Immer lässig ist die Geschenklirundi in Malans, weil es ja so viele Leute sind und man so lange zuschauen kann und so viel bekommt. Wir bekamen unter anderem so ein Gerät zum Messen der Luftfeuchtigkeit. Dieses Gerät misst nun aber nicht nur die Luftfeuchtigkeit, sondern zeigt auch die Temperatur an. In den ersten Tagen, da wir es aufgestellt hatten, war ich die ganze Zeit am Fenster auf und zu machen, damit die Temperatur so in ungefähr dem entsprach, was als Empfehlung für die Temperatur für Zimmer mit kleinen Pünktlis in den Büchern steht. In der Zwischenzeit ist dieser Ehrgeiz nun wieder etwas abgeflacht und die Zimmertemperatur so, wie sie halt grad ist.
Wenn das kleine Pünktli wach war, wurde ihr entweder vom Grossvater auf dem Flügel vorgespielt, oder sie wurde von ihrer Tante Annetta herumgetragen, was ihr natürlich gefiel.
